Ich bin ein Taxifahrer!

Ming Liang, Taxifahrer in Yangshuo

Er hat ein volles Gesicht. „Das bedeutet in China Glück.“

Er trägt eine Jacke, auf deren Ärmel steht: Police. „Geschenk von Freund.“

Er fragt uns jede Menge. „Wie viele Frauen darf man in Deutschland haben? Wie viele Kinder? Was kostet die Erziehung? Wie sind die Schulen? Wieviel Arbeitslosengeld bekommt man? Wer verwaltet zuhause das Geld?“

Und er selbst:

„Ich fahre Taxi seit zehn Jahren. Normalerweise beginnt meine Arbeit um neun. Um Mitternacht bin ich wieder zuhause. Ich verdiene umgerechnet 800 Euro im Monat. Das Geld gebe ich zu Hause ab. Verwaltet meine Frau. Sie arbeitet auch. In einem Hotel. Ich möchte nur kleines Geld verdienen. Gerade so, dass ich meine Familie ernähren kann. Ich mache mein Geschäft ehrlich. Wenn man sein Geschäft ehrlich macht, kann man es auch langfristig machen. Ich habe einen Sohn. Er ist 18. Ich hätte gerne mehr Kinder gehabt. Ich habe zwei Brüder. Einer lebt bei meinen Eltern. Meine Eltern sind beide 85 Jahre alt und gesund. Vor sieben Jahren habe ich eine Wohnung gekauft. Heute ist sie über eine Million Yuan wert. Könnte ich mir nicht mehr leisten. Ich trinke und rauche nicht.

Mein Glas ist halb voll. So wie bei den Menschen. Man darf nicht zuviel verlangen.

Ich möchte ein Osmanthus sein. Einfach normal, aber duftend.“

©️ http://china-blog.simone-harre.de

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